Der Wissenschaftsjournalismus beschäftigt sich damit, wissenschaftliche Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Forschungsbereichen allgemeinverständlich zu publizieren. Der Wissenschaftsjournalist steht also quasi als Vermittler zwischen den Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit und verbreitet seine Informationen auf allen journalistischen Kanälen, also in Onlinemedien, Radio und Fernsehen, in Zeitschriften und auch in der Populärliteratur. Überwiegend beschäftigt sich der Wissenschaftsjournalismus mit den Naturwissenschaften und der Technik sowie Sozial- und Geschichtswissenschaften. Eher im Kulturjournalismus angesiedelt ist dagegen der geisteswissenschaftliche Bereich.
Um als Wissenschaftsjournalist erfolgreich tätig zu sein, benötigt man in der Regel eine Kombination aus Hochschulstudium und journalistischer Ausbildung. Diese Doppelqualifikation ist nötig, um die wissenschaftlichen Erfahrungen und Erkenntnisse korrekt in einfacher Sprache wiedergeben zu können und die richtigen Schlüsse, zum Beispiel aus Forschungsergebnissen, zu ziehen. Oftmals ist es auch Aufgabe des Wissenschaftsjournalismus, die Inhalte und Reichweite wissenschaftlicher Debatten zu verdeutlichen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse in den richtigen Kontext einzuordnen. Das gewählte Studienfach spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle, wichtig ist das Verständnis für die wissenschaftliche Arbeit und Forschungsabläufe sowie die Fähigkeit, sich das notwendige Hintergrundfachwissen kurzfristig aneignen zu können. Obwohl es im Journalismus durchaus Möglichkeiten zum Quereinstieg gibt, ist ein Volontariat oder eine journalistische Ausbildung ein wichtiger Pluspunkt für die Tätigkeit. Die wissenschaftliche Sprache kann nämlich nicht nur auf Grund ihrer Fachbegriffe, sondern auch wegen der präzisen Wortbedeutung leicht falsch aufgefasst werden, da bestimmte Begriffe oftmals umgangssprachlich in einem anderen Kontext verwendet werden. Insgesamt ist der Bedarf an Wissenschaftsjournalisten jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, da das Interesse der Bevölkerung an wissenschaftlicher Arbeit und Forschung stetig zunimmt und Experten für die Wissensvermittlung benötigt werden.
Besonders in den Fernsehprogrammen lässt sich das Interesse an journalistischer Aufbereitung wissenschaftlicher Fragestellungen erkennen. So kennt beispielsweise fast jeder die Kindersendung Löwenzahn mit Peter Lustig, die wissenschaftliche Themen kinderleicht übermittelt. Längst sind Wissenschaftssendungen aber ein Familienmagnet geworden. Im Abend- und Vorabendprogramm findet man daher Sendungen wie Galileo auf Pro7, clever! – Die Show, die Wissens schafft in SAT1 sowie das ARD-Format Kopfball. Im Bereich der Tageszeitungen sticht insbesondere die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit hochwissenschaftlichen Texten hervor. Aber auch Zeitschriften und Magazine, wie etwa die Wissenschaftsmagazine GEO verbreiten wissenschaftliche Themen, die für die Allgemeinheit verständlich aufbereitet wurden.